Spiegelreflex oder spiegellos? Was beim Umstieg mit deinen Objektiven passiert
Wer seit Jahren mit einer Spiegelreflexkamera fotografiert, hat meistens deutlich mehr als nur einen Body im Schrank. Da liegen vielleicht ein gutes 24–70 mm, ein 70–200 mm, ein Makro oder mehrere Festbrennweiten – Objektive, die man kennt und mit denen man gerne fotografiert.
Und genau deshalb kommt beim Gedanken an eine spiegellose Kamera ziemlich schnell die Frage auf: Was passiert eigentlich mit meinen vorhandenen Objektiven?
Die kurze Antwort: In vielen Fällen können sie bleiben.
Mit einem passenden Adapter lassen sich zahlreiche DSLR-Objektive an aktuellen spiegellosen Kameras weiterverwenden. Gleichzeitig bleiben sie weiterhin an der vorhandenen Spiegelreflexkamera nutzbar. Der Wechsel muss also nicht bedeuten, dass das bisherige System von heute auf morgen ersetzt wird.
Inhalt
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Im Video: Warum spiegellose Kameras technisch anders arbeiten
- 3 Wie aus der kleinen Systemkamera die heutige spiegellose Kamera wurde
- 4 Systemkamera vs. Spiegelreflex: die Unterschiede im direkten Vergleich
- 5 Warum der Autofokus einer DSLR anders arbeitet
- 6 Bei spiegellos wird dort fokussiert, wo auch das Bild entsteht
- 7 Augen-AF und Tracking sind im Alltag mehr als ein technisches Datenblatt
- 8 Der elektronische Sucher zeigt mehr als nur das Motiv
- 9 Leise fotografieren, wenn man nicht auffallen möchte
- 10 APS-C vs. Vollformat: Was passt besser zu dir?
- 11 DSLR-Objektive beim Umstieg auf eine spiegellose Kamera weiterverwenden
- 12 Passende Adapter für den Umstieg
- 13 Welche spiegellose Kamera eignet sich für den Einstieg?
- 14 Manches alte Objektiv überrascht an einer spiegellosen Kamera
- 15 Irgendwann kommen wahrscheinlich trotzdem neue Objektive dazu
- 16 DSLR und spiegellos können problemlos nebeneinander existieren
- 17 Fazit: Der Objektivpark muss beim Wechsel nicht neu gekauft werden
Das Wichtigste in Kürze
Spiegellose Kameras unterscheiden sich konstruktiv deutlich von einer klassischen DSLR. Der Autofokus arbeitet direkt über den Bildsensor, moderne Kameras können große Teile des Bildfeldes für die Fokussierung nutzen und Funktionen wie Augen-AF, Motiverkennung oder Tracking einsetzen. Der elektronische Sucher zeigt außerdem schon vor dem Auslösen, wie sich Belichtung oder Weißabgleich auf das Bild auswirken.
Wer bereits gute DSLR-Objektive besitzt, muss deshalb aber nicht komplett neu anfangen.
Ein sinnvoller Einstieg kann ganz einfach so aussehen:
Spiegelloser Body + passender Adapter + vorhandene Objektive.
Die gleichen Objektive lassen sich weiterhin an der DSLR verwenden. Neue Objektive für das spiegellose System können später dazukommen, wenn es fotografisch oder technisch Sinn ergibt.
Im Video: Warum spiegellose Kameras technisch anders arbeiten
Im Video nimmt euch Martin mit zurück zu den Anfängen der spiegellosen Kameratechnik und zeigt ziemlich anschaulich, warum der Verzicht auf den Spiegel weit mehr verändert hat als nur Größe und Gewicht der Kamera.
Wie aus der kleinen Systemkamera die heutige spiegellose Kamera wurde
Als Panasonic 2008 mit der Lumix G1 eine der ersten spiegellosen Systemkameras vorstellte, stand zunächst vor allem ein Gedanke dahinter: Kameras sollten kleiner und leichter werden.
Bei einer Spiegelreflexkamera sitzt zwischen Objektiv und Sensor ein Spiegel. Er lenkt das Licht zum optischen Sucher um und klappt bei der Aufnahme nach oben. Fällt dieser Spiegel weg, kann das Gehäuse kompakter konstruiert werden. Gleichzeitig kann das Objektivbajonett näher an den Sensor rücken.
Die ersten Modelle waren deshalb vor allem als kompaktere Alternative zur DSLR interessant. Bei Auflösung, hohen ISO-Werten und teilweise auch beim elektronischen Sucher war damals allerdings noch reichlich Luft nach oben.
Das änderte sich schnell. Sony brachte spiegellose Modelle mit APS-C-Sensor auf den Markt und 2013 mit der Alpha 7 ein spiegelloses Vollformatsystem. Andere Hersteller entwickelten ihre Systeme ebenfalls weiter.
Irgendwann war „kleiner und leichter“ nur noch ein Teil der Geschichte. Der fehlende Spiegel ermöglichte auch beim Autofokus und bei der Bildkontrolle einen anderen technischen Ansatz.
Systemkamera vs. Spiegelreflex: die Unterschiede im direkten Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede, die im fotografischen Alltag tatsächlich eine Rolle spielen.
| Bereich | DSLR | Spiegellos |
|---|---|---|
| Sucher | Optisch, über Spiegel | Elektronisches Sensorbild |
| Autofokus | Im Sucher meist separates AF-Modul | Fokusmessung am Sensor |
| AF-Abdeckung | Oft auf die Bildmitte begrenzt | Je nach Modell fast bildfeldweit |
| Motiverkennung | Je nach Modell eingeschränkt | Augen-, Tier- und Fahrzeug-AF möglich |
| Belichtungsvorschau | Im Sucher nicht sichtbar | Im Sucher sichtbar |
| Auslösegeräusch | Spiegel hörbar | Elektronisch nahezu lautlos möglich |
| Stabilisierung | Oft im Objektiv | Häufig auch im Gehäuse |
| DSLR-Objektive | Direkt nutzbar | Mit passendem Adapter nutzbar |
Warum der Autofokus einer DSLR anders arbeitet
Um den Unterschied zu verstehen, lohnt ein Blick in eine klassische Spiegelreflexkamera.
Bei einer DSLR sitzen die Ebene, auf der das Bild aufgenommen wird, und die Messung des Autofokus nicht zwangsläufig an derselben Stelle. Ein Teil des Lichts wird über Spiegel und Hilfsspiegel zu einem separaten Autofokusmodul geleitet.
Dieses Prinzip hat jahrzehntelang gut funktioniert. Es verlangt allerdings, dass die beteiligten Komponenten sehr genau aufeinander abgestimmt sind.
Und genau dort wurde es mit steigender Sensorauflösung zunehmend interessant.
Wir haben das bei Foto Erhardt über die Jahre immer wieder erlebt: Kunden kamen mit hochauflösenden Spiegelreflexkameras in unsere Geschäfte und waren mit der Schärfe nicht zufrieden. Die Kamera war neu, das Objektiv hochwertig, die Einstellungen passten – trotzdem sah das Ergebnis in der Vergrößerung nicht so aus, wie man es erwartet hatte.
Kameras und Objektive wurden überprüft, teilweise zum Hersteller eingeschickt und kamen nicht selten mit dem Hinweis zurück: technisch kein Fehler feststellbar.
Warum höhere Auflösungen kleine Abweichungen sichtbarer machen
Bei frühen digitalen Spiegelreflexkameras waren sechs, zehn oder zwölf Megapixel normal. Gleichzeitig wurden die Bilder auf Monitoren betrachtet, die mit heutigen Displays kaum vergleichbar sind.
Später kamen 30, 40 oder 50 Megapixel und hochauflösende 27-Zoll-Monitore. Plötzlich konnte man viel genauer in ein Bild hineinsehen.
Kleine Fokusabweichungen, die vorher kaum aufgefallen wären, wurden sichtbar.
Dazu gehören auch die bekannten Front- oder Backfokus-Probleme: Die Schärfe sitzt etwas vor oder hinter dem gewünschten Punkt. Das kann minimal sein und trotzdem bei hoher Auflösung auffallen.
Eine DSLR produziert deshalb natürlich nicht automatisch unscharfe Bilder. Mit Spiegelreflexkameras sind und wurden über Jahrzehnte hervorragende Aufnahmen gemacht. Die spiegellose Konstruktion umgeht aber einige der mechanischen und konstruktiven Punkte, die bei der DSLR eine Rolle spielen.
Bei spiegellos wird dort fokussiert, wo auch das Bild entsteht
Nimmt man bei einer spiegellosen Kamera das Objektiv ab, sieht man direkt auf den Sensor. Kein Spiegel, kein separates AF-Modul im Kameraboden.
Der Sensor ist für die eigentliche Aufnahme zuständig und gleichzeitig Teil der Schärfemessung.
Vereinfacht gesagt: Dort, wo die Kamera die Schärfe beurteilt, entsteht anschließend auch das Foto.
Gleichzeitig kann ein wesentlich größerer Bereich des Bildfeldes für die Fokussierung verwendet werden. Moderne Kameras verfügen deshalb nicht nur über sehr viele AF-Messpunkte, sondern können ein erkanntes Motiv auch durch weite Teile des Bildes verfolgen.
Augen-AF und Tracking sind im Alltag mehr als ein technisches Datenblatt
Gerade bei Portraits merkt man schnell, was ein moderner Autofokus leisten kann. Erkennt die Kamera das Auge einer Person und verfolgt es, muss der Fokuspunkt nicht ständig manuell verschoben werden.
Noch deutlicher wird das bei Wildlife, Sport oder anderen bewegten Motiven. Je nach Kamera lassen sich Menschen, Tiere, Vögel oder Fahrzeuge erkennen und verfolgen.
Das ersetzt nicht den Fotografen. Bildausschnitt, Licht, Perspektive und der richtige Moment bleiben natürlich weiterhin eure Aufgabe. Aber die Kamera kann euch einen Teil der technischen Arbeit abnehmen.
Der elektronische Sucher zeigt mehr als nur das Motiv
Beim Sucher waren viele Fotografen anfangs skeptisch. Ein guter optischer DSLR-Sucher ist hell, direkt und verzögerungsfrei. Frühe elektronische Sucher konnten da schlicht nicht mithalten.
Das hat sich deutlich verändert.
Ein aktueller elektronischer Sucher zeigt nicht nur das Motiv. Änderungen an Belichtung oder Weißabgleich können direkt sichtbar werden. Histogramm, Wasserwaage, Gitternetz oder andere Hilfen lassen sich einblenden.
Gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen ist es angenehm, schon vor dem Auslösen ziemlich genau zu sehen, wo die Reise hingeht.
Auch nach der Aufnahme kann das Bild direkt im Sucher kontrolliert werden. Bei Portraits oder Veranstaltungen muss die Kamera dafür nicht ständig vom Auge genommen werden.
Leise fotografieren, wenn man nicht auffallen möchte
Bei einer DSLR gehört das Geräusch des Spiegels zur Aufnahme dazu. Bei einer spiegellosen Kamera fehlt diese Bewegung. Nutzt die Kamera zusätzlich einen elektronischen Verschluss, kann die Aufnahme je nach Modell und Einstellung nahezu geräuschlos erfolgen.
Bei einer Trauung ist das angenehm. In der Tierfotografie muss nicht jedes Auslösen Aufmerksamkeit erzeugen. Und auch bei Street Photography, Konzerten oder Veranstaltungen kann es Situationen geben, in denen man lieber unauffällig bleibt.
Viele aktuelle spiegellose Kameras stabilisieren außerdem den Bildsensor selbst. Das kann Verwacklungen reduzieren und – abhängig von Kamera und Objektiv – auch bei Objektiven helfen, die keinen eigenen Bildstabilisator besitzen.
APS-C vs. Vollformat: Was passt besser zu dir?
Wer von einer DSLR auf spiegellos wechselt, stößt ziemlich schnell auf die nächste Frage: APS-C oder Vollformat?
Beides gibt es sowohl bei Spiegelreflexkameras als auch bei spiegellosen Systemen. Es handelt sich also nicht um einen Unterschied zwischen DSLR und spiegellos, sondern um unterschiedliche Sensorgrößen.
| Bereich | APS-C | Vollformat |
|---|---|---|
| Sensor | Kleiner | Ca. 36 × 24 mm |
| Bildwinkel | Bei gleicher Brennweite enger | Bei gleicher Brennweite weiter |
| Telefotografie | Engerer Bildausschnitt praktisch | Längere Brennweite für gleichen Ausschnitt |
| Freistellung | Tendenziell mehr Schärfentiefe | Freistellung oft leichter |
| Wenig Licht | Sehr gute Ergebnisse möglich | Oft Vorteile bei hohen ISO-Werten |
| Größe und Gewicht | System kann kompakter sein | Objektive häufig größer |
| Typische Motive | Reise, Wildlife, Sport | Portrait, Hochzeit, Landschaft |
Die Tabelle ist dabei keine Wertung. Ein APS-C-Sensor ist nicht die kleine Vorstufe, die irgendwann zwangsläufig durch Vollformat ersetzt werden muss. Für Wildlife kann der engere Bildwinkel sogar sehr willkommen sein, und wer möglichst kompakt unterwegs sein möchte, findet bei APS-C sehr leistungsfähige Systeme.
Vollformat bietet wiederum andere Möglichkeiten – gerade wenn Freistellung, hohe ISO-Werte oder bestimmte professionelle Objektive eine wichtige Rolle spielen.
DSLR-Objektive beim Umstieg auf eine spiegellose Kamera weiterverwenden
Wer über viele Jahre fotografiert hat, besitzt vielleicht ein 70–200 mm, ein 100–400 mm oder mehrere lichtstarke Festbrennweiten. Solche Objektive auszutauschen, nur weil ein neuer Body ins Haus kommt, wäre nicht gerade attraktiv.
Wer seine DSLR-Objektive auf eine DSLM (spiegellose Systemkamera) adaptieren möchte, benötigt dafür einen passenden Adapter – der bisherige Objektivpark kann so in vielen Fällen weitergenutzt werden.
Canon ermöglicht beispielsweise die Nutzung vieler EF- und EF-S-Objektive an EOS-R-Kameras über EF-EOS-R-Adapter. Nikon bietet mit dem FTZ II einen Adapter für zahlreiche F-Mount-Objektive am Nikon-Z-System. Sony hat für ältere A-Mount-Objektive unter anderem den LA-EA5 für kompatible E-Mount-Kameras im Programm. Welche Funktionen erhalten bleiben, hängt immer von der konkreten Kombination aus Kamera, Adapter und Objektiv ab.
Der Umstieg kann deshalb ziemlich unspektakulär aussehen
Ihr kauft zunächst einen neuen spiegellosen Body und den passenden Adapter. Eure vorhandenen Objektive bleiben im Einsatz. Wenn ihr anschließend wieder mit der DSLR fotografieren möchtet, kommt das gleiche Objektiv einfach wieder an die Spiegelreflexkamera.
Gerade wenn mehrere gute Objektive vorhanden sind, ist das für uns einer der sinnvollsten Wege in ein neues Kamerasystem.
Passende Adapter für den Umstieg
Welche Lösung ihr benötigt, hängt vom bisherigen und vom neuen Bajonett ab. Ein paar typische Beispiele:
Canon EF / EF-S auf Canon EOS R
Wer von einer Canon EOS DSLR auf das spiegellose EOS-R-System wechselt, kann viele vorhandene EF- und EF-S-Objektive mit einem EF-EOS-R-Adapter weiterverwenden.
Neben dem klassischen Adapter gibt es Varianten mit zusätzlichem Steuerring sowie mit Zirkularpol- oder variablem ND-Einsteckfilter. Außerdem bieten wir Kombinationen an, bei denen ein spiegelloser Body bereits zusammen mit einem EF-EOS-R-Adapter erhältlich ist.
Nikon F auf Nikon Z
Für Nikon-F-Objektive ist der FTZ II die naheliegende Brücke in das Z-System. Nikon unterstützt damit je nach Objektiv weiterhin Autofokus und automatische Belichtungssteuerung; bei Objektiven ohne eigenen AF-Motor gelten entsprechende Einschränkungen.
Sony A-Mount auf Sony E-Mount
Auch ältere Sony-A-Mount-Objektive müssen nicht zwangsläufig aussortiert werden. Der LA-EA5 verbindet kompatible A-Mount-Objektive mit geeigneten E-Mount-Kameras und kann bei unterstützten Kombinationen auch moderne AF-Funktionen der Kamera nutzen.
Welche spiegellose Kamera eignet sich für den Einstieg?
Welche Kamera passt, hängt natürlich stärker vom bisherigen System und den bevorzugten Motiven ab als vom Adapter selbst. Trotzdem kann man an ein paar Beispielen gut sehen, wie unterschiedlich ein Umstieg aussehen kann.
APS-C: kompakter Einstieg und interessant für Wildlife
Die Canon EOS R7 ist mit ihrem APS-C-Sensor und der Motiverkennung besonders für Sport und Wildlife interessant. Für den Umstieg von einer Canon DSLR gibt es sie bei Foto Erhardt sowohl als Gehäuse mit EF-EOS-R-Adapter als auch im Set mit RF-S 18–150 mm und Adapter. So können vorhandene EF- und EF-S-Objektive weiter genutzt werden; beim zweiten Set ist zusätzlich ein Objektiv für das EOS-R-System dabei.
Die Canon EOS R10 bietet ebenfalls einen APS-C-Sensor. Auch hier kannst du zwischen dem Gehäuse mit EF-EOS-R-Adapter und einem Set mit RF-S 18–150 mm und Adapter wählen. Damit lässt sich der vorhandene Objektivpark zunächst weiterverwenden und das neue System bei Bedarf ergänzen.
Vollformat: wenn das bisherige DSLR-Setup in diese Richtung ging
Wer bereits mit einer Vollformat-DSLR fotografiert und passende Objektive besitzt, kann auch beim Wechsel zu spiegellos auf Vollformat setzen. Der Adapter hilft dabei, den vorhandenen Objektivpark zunächst weiterzuverwenden.
Bei Canon zeigen die EOS R6 Mark II und die EOS R6 Mark III, wie das aussehen kann: Beide werden bei Foto Erhardt in Kombination mit einem EF-EOS-R-Adapter angeboten. Für die R6 Mark II gibt es hier außerdem ein Set mit RF 50 mm f/1,8.
Auch bei Nikon gibt es mehrere Wege: vom Einstieg mit der Z5 oder Z5 II über die Z6 III und Z7 II bis zur Z8. Die gezeigten Sets enthalten jeweils einen FTZ- beziehungsweise FTZ-II-Adapter für den Umstieg mit geeigneten F-Mount-Objektiven.
Manches alte Objektiv überrascht an einer spiegellosen Kamera
Das ist ein Punkt, den wir über die Jahre tatsächlich häufiger an der Theke erlebt haben.
Da kommt jemand mit einem älteren Objektiv und sagt: „Das war früher mal richtig gut, aber inzwischen trifft der Fokus irgendwie nicht mehr sauber.“ Natürlich kann ein Objektiv technisch verschlissen oder defekt sein. Es gab aber auch Fälle, bei denen das eigentliche Zusammenspiel mit der DSLR eine Rolle gespielt hat.
Setzt man ein kompatibles Objektiv über einen geeigneten Adapter an eine spiegellose Kamera, wird der Autofokus über das neue Kamerasystem gesteuert. Genau die zuvor beschriebene Trennung zwischen separatem AF-Modul und Bildebene fällt weg. Dadurch kann ein Objektiv, das an einer DSLR nicht mehr ganz überzeugend wirkte, an einer spiegellosen Kamera wieder sehr präzise arbeiten.
Auch moderne Autofokusfunktionen können je nach Kombination mit adaptierten Objektiven zur Verfügung stehen. Beim Sony LA-EA5 nennt Sony beispielsweise für kompatible Kombinationen Augen-AF und Echtzeit-Tracking; Canon beschreibt beim eigenen EF-EOS-R-System die elektronische Kommunikation zwischen Kamera und geeigneten EF-/EF-S-Objektiven.
Bevor ein gutes älteres Objektiv also aussortiert wird, lohnt ein Test.
Irgendwann kommen wahrscheinlich trotzdem neue Objektive dazu
Wer erst einmal mit Adapter und vorhandenem Objektivpark gestartet ist, bleibt selten für immer ausschließlich bei den alten Objektiven. Nicht weil man es müsste, sondern weil sich auch bei den Objektiven einiges getan hat. Native Objektive für spiegellose Systeme sind von Anfang an für das jeweilige neue Bajonett entwickelt. Je nach Modell profitieren sie von neueren Autofokusmotoren, veränderten optischen Konstruktionen oder kompakteren Abmessungen.
In der Beratung erleben wir deshalb häufig einen schrittweisen Wechsel. Der neue Body kommt zuerst. Die alten Objektive bleiben. Irgendwann wird die am häufigsten genutzte Brennweite durch ein neues Objektiv ersetzt, später vielleicht das Tele oder eine Festbrennweite.
So verteilt sich die Investition und man merkt währenddessen auch, welche Objektive im neuen System überhaupt Priorität haben. Was danach nicht mehr gebraucht wird, kann über unseren Ankauf oder eine Inzahlungnahme abgegeben werden.
DSLR und spiegellos können problemlos nebeneinander existieren
Der Kauf einer spiegellosen Kamera ist keine Entscheidung gegen die DSLR, die am nächsten Morgen aus dem Fotorucksack verschwinden muss. Vielleicht fotografiert ihr bestimmte Dinge weiterhin gerne mit der Spiegelreflexkamera. Vielleicht soll sie als zweiter Body bleiben. Oder ihr wollt das neue System erst einmal in Ruhe kennenlernen. Dann nutzt ihr eure vorhandenen Objektive eben einfach an beiden.
Und genau deshalb ist der Adapter für viele Fotografen mehr als ein kleines Zubehörteil. Er baut die Brücke zwischen dem vorhandenen System und der neuen Kamera.
Fazit: Der Objektivpark muss beim Wechsel nicht neu gekauft werden
Spiegellose Kameras haben sich technisch weit von der ursprünglichen Idee der kleinen, leichten Systemkamera entfernt. Autofokus direkt über den Sensor, Motiverkennung, elektronische Sucher und geräuschlose Aufnahme bieten heute Möglichkeiten, die im fotografischen Alltag wirklich etwas verändern können.
Für DSLR-Fotografen ist aber mindestens genauso wichtig, was nicht verändert werden muss.
Die vorhandenen Objektive können bei vielen Systemen weiter genutzt werden. Ein neuer spiegelloser Body und ein passender Adapter reichen oft aus, um den Einstieg zu machen. Die DSLR kann trotzdem bleiben und dieselben Objektive weiterhin nutzen.
Und dann kann man in Ruhe schauen, wie es weitergeht.
Vielleicht bleibt ein Lieblingsobjektiv noch viele Jahre. Vielleicht wird irgendwann die erste Brennweite gegen eine aktuelle Variante ausgetauscht. Und vielleicht merkt man erst beim Fotografieren, welche Kombination wirklich zum eigenen Stil passt.
Wenn ihr unsicher seid, ob eure vorhandenen Objektive zu einer bestimmten spiegellosen Kamera passen, kommt mit eurem Equipment in einer unserer Filialen vorbei. Wir können die Kombination gemeinsam ausprobieren und schauen, welcher Body und welcher Adapter zu eurem bisherigen System passen.
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